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Wie beeinflusst der Brexit den Kreuzfahrtboom? – Experten klären auf

Bei den laufenden Verhandlungen über den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU geht es auch um die Interessen der Kreuzfahrtbranche

In wenigen Wochen blickt die weltweite Kreuzfahrtindustrie auf die Seatrade Europe, die führende Fachmesse der europäischen Kreuzfahrt- und Flusskreuzfahrtindustrie, die vom 6. bis 8 September 2017 in Hamburg stattfindet. Eine der wichtigsten Fragen, mit der sich die Branche derzeit beschäftigt: Wie wird sich der Brexit angesichts der jüngsten Verhandlungen mit der Europäischen Kommission auf die Kreuzfahrtindustrie auswirken? Auf Anfrage von Seatrade Cruise beschreiben Vertreter bedeutender Kreuzfahrtlinien und –verbände bereits vor dem Diskurs in der Hansestadt ihre Gedanken zu möglichen künftigen Szenarien.

Keine Beeinträchtigungen bei Schifffahrtsrouten

„Trotz endloser Spekulationen darüber, wie sich die Unsicherheit des Brexits auf alles Mögliche auswirken könnte, geht die Tourismusbranche davon aus, dass das Leben größtenteils so weitergehen wird wie bisher“, sagt Tim Reardon, Policy Director des Bereichs Taxation, Ferry and Cruise der britischen Schifffahrtskammer. Die Regelwerke von UNO und OECD, die sowohl für Großbritannien als auch die EU-Länder verbindlich sind, stellten sicher, dass es bei den Schifffahrtsrouten keine Beeinträchtigungen geben werde. „Britische Kreuzfahrtschiffe werden weiterhin ungehindert EU-Häfen anlaufen dürfen und europäische Schiffe britische Häfen. Genauso wie Schiffe aus Amerika und von anderen Kontinenten ungehindert Häfen beider Regionen anlaufen dürfen“, sagt Reardon.

Brancheninteressen im Verhandlungsprozess vertreten

Stuart Leven, Chairman der CLIA UK & Ireland, EMEA-Vizepräsident und Geschäftsführer der RCLCruises Ltd. spricht aus Sicht einer Kreuzfahrtgesellschaft. Seiner Überzeugung nach „Verfügt die Branche über globale Rahmenstrukturen, die jegliche Risiken für laufende Seeschifffahrtsunternehmungen abfedern. Die Bewegungsfreiheit unserer Gäste und die Zollunion sind allerdings zwei Bereiche, deren Zukunft durch die Brexit-Verhandlungen bestimmt wird. Zu Beginn der Verhandlungen wurden die zuständigen Minister auf mögliche Auswirkungen hingewiesen. Hier kommt es entscheidend darauf an, dass diese den Bedürfnissen der Branche Beachtung schenken, und dass wir über den gesamten Verhandlungsprozess hinweg unsere Interessen vertreten.“

Enge Zusammenarbeit mit dem britischen Verkehrsministerium

Aus juristischer Perspektive schildert Maria Pittordis, Partnerin der Sozietät Hill Dickinson mit Spezialisierung auf Seehandel und Energie, ihre Sichtweise: „Verbraucher sollten weiterhin Vertrauen und wie bisher ihre Kreuzfahrten buchen. Der internationale Kreuzfahrtverband CLIAarbeitet sehr eng mit dem britischen Verkehrsministerium und der britischen Handelskammer zusammen, um die für Kreuzfahrten, Häfen und Handelsschifffahrt relevanten rechtlichen Bedingungen bis 2019 zu klären. Die Industrie betreibt dabei in bewährter Weise Lobbyarbeit um sicherzustellen, dass in den Brexit-Runden wichtige rechtliche und politische Voraussetzungen ausgehandelt werden.” Die Folgen des Brexit auf die Kreuzfahrtindustrie werden auf der Seatrade Europe vom 6. – 8. September umfassend diskutiert. 
ca/kk

Quellen und weitere Informationen:
www.seatrade-europe.com
www.hafen-hamburg.de
Das vollständige Interview mit Tim Reardon zum Brexit finden Sie hier.

Judith Oppong18. Juli 2017
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